Bildbearbeitung: basis

Fotos wirken als erstes auf den Betrachter, noch bevor der Text gelesen wird. Daher sollte ihnen ein besonderer Augenmerk zuteilwerden.

Die Bildbearbeitung führe ich an einem kalibrierten Monitor (EIZO ColorEdge CG245W) durch.

Fotos, wie sie Digitalkameras liefern, sind ohne Bearbeitung nicht für den Druck geeignet. Im Gegensatz zu den Lichtfarben eines Displays leuchten die Pigmente der Druckfarben Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz nicht. Die Summe aller vier Druckfarben bestimmt den Eindruck eines Fotos. Bildinformationen sowohl in den dunklen als auch in den hellen Bereichen zu erhalten bzw. hervorzuholen und den richtigen Weißabgleich zu treffen, gehören zu den grundsätzlichen Zielen der Bildbearbeitung.

Insgesamt ist sie ein sehr komplexer Aufwand, bei dem es viele unterschiedliche Aspekte zu berücksichtigen gibt. Zum Teil widersprechen sich die einzelnen Bearbeitungsschritte. Konflikte vermeide ich dadurch, indem ich die Schritte nur auf Teilbereiche anwende. Das geht nicht im Hauruck-Verfahren. Jedes Bild betrachte ich einzeln und bearbeite ich gesondert. Die Basis-Bildbearbeitung hat den Sinn, das optimale aus einem Foto herauszuholen. Das geht am besten im RAW-Format, weil hier noch alle Bildinformationen vorhanden sind.

Auf einem Foto das zu zeigen, worauf es ankommt und das zurückzunehmen, was nur Beiwerk oder Hintergrund ist, beeinflusst die Bildaussage und ist ein gestalterischer Prozess. Hierbei hat die Bildbearbeitung einen eigenen Anteil. Wie gut dieser ausgeführt wird, bestimmt letztendlich die Qualität des gesamten Buches. Der Betrachter nimmt sie nicht bewusst wahr, aber sie wirkt dennoch.

Alle Fotos stammen aus dem Buch Naturgeschenke und hat die Autorin Helena Arendt fotografiert.

Die Gegenüberstellungen der Fotos unten verdeutlichen die Vorher- und Nachherwirkung. Sie ist nicht immer spektakulär, beeinflusst aber entscheidend den Eindruck, den die Leser von einem Buch bekommen. Für alle Fotos gilt: Die Unterschiede fallen in einem gedruckten Buch noch viel eklatanter aus als es hier am Bildschirm dargestellt werden kann. Und als ganzseitige Abbildung wirkt es noch um ein Vielfaches mehr.

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Ein Motiv, das den Betrachter »anspringt« Umso wichtiger ist es, die wunderbaren Details herauszuarbeiten.

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Hier habe ich mich entschieden, das Porträtfoto in Graustufen umzuwandeln. Somit bekommt der mit getrockneten Blüten gestaltete Rahmen das Hauptaugenmerk.

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Nicht nur auf diesem Foto habe ich den Weißabgleich optimiert. Weitere Fotos mit den gleichen Motiven mussten angepasst werden.

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Durch das Abdunkeln des Hintergrundes treten die Teelichter mehr nach vorne. Eine stärkere Sättigung und das Hervorheben der Details erhöhen ihre Strahlkraft.

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Die Veränderung der Farben macht dieses Motiv noch ansprechender. Durch die Korrektur der Verzerrung wird die freigestellte Darstellung attraktiver.

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Die Tüten mit den Teelichter habe ich mithilfe einer Maske gesondert bearbeitet. Die Umgebung sollte weder mehr Brillanz noch mehr Helligkeit erhalten.

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Nach der Bildbearbeitung kann man das Sammelgut erst richtig erkennen. Zu bemerken ist, dass die Reflexionen in den Gläsern dennoch nicht »ausgefressen« sind.

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Kaum auffallend, aber dennoch entscheidend: Die liebevollen Details mit den Federn, die das Herz jeden Betrachters gewinnen, kommen durch die Bildbearbeitung deutlicher zum Vorschein.